Barbarossa

Auf dem Schoß von Barbarossa

Station 3

Wer war dieser Barbarossa eigentlich? Sein tatsächlicher Name war Friedrich I., vermutlich 1122 geboren. Der Beiname „Barbarossa“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet Rotbart. Er soll ein stattlicher Mann mit blondem Haar gewesen sein, der einen auffallend roten Bart trug.

 

Barbarossa wurde Mitte des 12. Jahrhunderts Kaiser des Römisch-Deutschen Reiches. Die Hoffnung auf die nationale Einheit im 19. Jahrhundert wurde mit der Sage um ihn verbunden. Du kannst sie dir hier in der App als Film anschauen.

 

Wilhelm I. machte Barbarossas Traum von einem vereinten Deutschen Reich wahr. Aus heutiger Sicht würde das heißen: Barbarossa legte den Grundstein zur Vereinigung Deutschlands.

 

Wilhelm I. profitierte dabei vom Ruhm des Rotbarts. Er war schon 73 Jahre alt und wollte gar nicht wirklich Kaiser werden. Er trat das Amt zwar an, nahm es aber auf die leichte Schulter. Das konnte er auch, denn sein Reichskanzler Bismarck kümmerte sich um alles. Die Lorbeeren heimste Wilhelm I. ein und ließ sich für sein vereinigtes Reich feiern. Er baute auf das auf, was Barbarossa 700 Jahre zuvor seiner Politik zugrunde gelegt hatte. Und das ist der Grund, weshalb die beiden Herrscher hier im Denkmal vereint wurden: der hier im Berg schlafende Barbarossa und darüber der in sein neues Reich hineinreitende Barbablanca, wie Wilhelm I. auch genannt wurde.
Barbarossa muss übrigens den Nationalgedanken auch im Privaten gelebt haben: Mit seiner zweiten Frau Beatrix hatte er elf Kinder – quasi die perfekte Nationalelf!

 

Aber schau dich hier unter den Säulen noch um! Siehst du die mystischen Figuren, also die Köpfe, Löwen und Schlangen? Sie gehören in die Zeit Barbarossas. Der Löwe ist eine Metapher für kühles, berechnendes Kopfdenken, ohne auf das Herz zu hören. Er passt hervorragend zu Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Die Schlange, die sich um die Säulen windet, gilt als Verführerin zum Bösen, sie steht für den „geistlichen“ Tod des Menschen. Sie ist aber auch Symbol für Dauer und Ewigkeit.

 

Wilhelm I. hat das lang ersehnte vereinigte Reich erschaffen und das sollte – wie die Schlangen andeuten – auf ewig bleiben. Die skurrilen Tiere erzählen einen Teil der deutschen Geschichte.