Er sieht fast unscheinbar aus, wenn man so an ihm vorbeischlendert. Aber hier stehen wir am tiefsten Burgbrunnen nicht Deutschlands, nicht Europas, nein, der Welt! Sagenhafte 176 Meter tief ist er, der Eiffelturm passt zur Hälfte in ihn hinein. Aber schau dir den Denkmalturm noch mal an. Vom Eingang ist er 57 Meter hoch und passt drei Mal in den Brunnen hinein.
Der Brunnen wurde vermutlich ab 1140 ganze vier Jahrzehnte in den Felsen getrieben und in Handarbeit erbaut. Seine Aufgabe bestand in der Wasserversorgung der Burganlage. Das Wasser im Brunnen genügt heute der modernen Trinkwasserverordnung. Na denn, Prost!
Mit dem Zerfall der Burganlage, verfiel auch der Brunnen, bis er schließlich gänzlich unter Schutt begraben lag und in Vergessenheit geriet. Beim Bau des Kyffhäuser-Denkmals wurde er wiederentdeckt, aber schließlich erst 1934 freigelegt und kurz danach um eine Beleuchtung im Inneren erweitert. Wozu eine Beleuchtung, fragst du dich? Dass im Keller ein Licht erforderlich ist – gut. Aber im Brunnen? Mit dem Licht hat es eine einfache Bewandtnis: Um den Gästen ein Gefühl für die Tiefe des Brunnens zu vermitteln, kam man auf die Idee, in regelmäßigen Abständen einen Becher Wasser herabzuschütten. Die Gäste konnten dann bis zum Aufprall mitzählen. Erst nach etwa 20 Sekunden kam das Wasser unten an. Weil das jedoch nicht zu hören war, musste eine Lampe angebracht werden. Ihr Licht spiegelte sich in der Wasseroberfläche. Wenn das Wasser aus dem Becher nun unten ankam, geriet das Brunnenwasser in Bewegung und damit auch das reflektierte Licht. Eine geniale Idee!
Der Automat gleich neben dem Brunnen enthält übrigens weder Getränke noch Süßigkeiten. Hier kannst du Barbarossas „Gallensteine“ kaufen, um sie in den Brunnen zu werfen. Und das lohnt sich. Wenn die Steine unten ankommen, hört man den Brunnengeist. Viel Spaß beim Kennenlernen!