Wir sind hier in der runden Turmhalle. In den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurde sie als Fahnenhalle eingeweiht.
Die Relieftafeln an den Wänden entstanden als Zyklus Ende der 1960er-Jahre – Geschichte interpretiert aus dem Blickwinkel der DDR. Kannst du dir das Leben hier im Mittelalter vorstellen? Schau dir mal die Relieftafel rechts neben der Haupttafel in der Mitte an. Sie zeigt dir das Leben auf dem Kyffhäuser im Mittelalter. Klicke auf den Film-Button. Er erweckt die Tafel zum Leben!
Hinter den beiden Seitenkammern, also dem Ausstellungsraum und dem Hochzeitszimmer, befinden sich Gänge und Hohlräume. Dort haben sich Fledermäuse angesiedelt, die sich sehr heimisch fühlen. Wahrscheinlich rasieren sie sich auch schon nicht mehr die Bärte, um wie ihr Idol Barbarossa auszusehen.
Wie schon erwähnt, kann hier auch geheiratet werden! In den Saal, zu dem du sonst nur als Braut oder Bräutigam Zutritt erhältst, kannst du aber gern einmal mit der App schauen!
Hast du die Büste des Architekten Bruno Schmitz schon gesehen? Um seine sterblichen Überreste kursiert eine interessante Geschichte. Er hatte nämlich für sich selbst testamentarisch eine schlichte Art der Bestattung gewählt: Er wollte seine Asche in den Rhein verstreut wissen. Weil ein solcher Wunsch rechtlich nicht zu verwirklichen war, ließ Kaiser Wilhelm II. seine Urne in einer Sandsteinschatulle im Kyffhäuser-Denkmal beisetzen. Als der Raum in den 1960er-Jahren nach Vorstellungen der DDR umgestaltet werden sollte, wurde die Urne in einen Kellerraum gebracht; die Schatulle wurde zu einem Blumengefäß umfunktioniert. Makaber! Die Urne gelangte in einer Nacht- und Nebelaktion in den Achtzigern in die Bundesrepublik. Treffpunkt für die Übergabe war der Fernsehturm auf dem nahe gelegenen Kulpenberg. Die Urne wurde dann auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf erneut beigesetzt. Seitdem war immer wieder die Rückführung von Schmitz’ Asche in den Kyffhäuser im Gespräch, das wird jedenfalls behauptet. Fragt man das Team vom Kyffhäuser-Denkmal, ist allerdings eine geplante Rückkehr der Urne unbekannt. Auf jeden Fall aber weist die Geschichte um die Urne Schmitz’ Filmpotenzial auf!
Hier noch ein Tipp: Im Seitenraum finden immer wieder interessante Ausstellungen statt. Reinschauen lohnt sich!